SERAPHIC ORDER OF ARTIS

Hochverehrter Bruder in der Seraphic Order of Artis, heute besucht mich die Sehnsucht nach den entschwundenen Tagen und mit ihr erwacht in meinem Puls das deutsche Blut, nüchtern und anspruchsvoll, das mich lehrte, den Herzschlag der Form zu hören, ehe man es wagt, sie zu benennen, und so gedenke ich der Winter von Glocken und altem Holz, in denen sich die Kunst im Schweigen wie Stahl härtete, denn ich lernte, dass Vollkommenheit nicht Übermut ist, sondern Gehorsam gegenüber einem höheren, seraphischen Maß, das im Geheimnis der Werkstatt spricht, wenn die Hände sich vor der Aufgabe demütigen und das Herz brennt, und ich weiß nun, dass unser initiatisches Handwerk nicht nur malt oder meißelt, sondern beschwört, das Unsichtbare ruft, damit es in die Materie herabsteige und sie würdige, und in diesem sanften Zauber bietet sich das doppelte Licht dar, das helle, das den Umriss mit Genauigkeit zeichnet, und das dunkle, das das Geheimnis in seiner Tiefe bewahrt, darum bitte ich Euch, an jedem Tage die süße Strenge unserer Altvorderen zu bewahren und das Ohr lauschend auf jenen inneren Takt gerichtet zu halten, in dem Schaffen Beten ist und Beten zum Stimmen wird, denn nur so erreicht das Werk die Höhe, ohne die Seele zu verlieren, und die Disziplin wird zum Trost der Heimat.